Die Vergangenheit von der Gegenwart trennen

Dies stellt ein wesentliches Ziel jeder Traumatherapie dar und ist eine unerlässliche Erfahrung für die Klienten. Sätze wie „die Gefahr ist vorüber“, „Sie haben überlebt“, „Sie sind jetzt sicher“ können dabei wertvoll sein. Wenn ein Klient in der Traumatherapie erfahren kann, dass  ein Ereignis in der Vergangenheit liegt, ist dies immer mit großer Erleichterung verbunden.
Von besonderer Wichtigkeit ist auch die unmittelbare Zeit nach der traumatischen  Situation, die Qualität der Hilfe und des Kontakts zur Umwelt haben großen Einfluss auf die Art und Stärke der Nachwirkungen. Die Reaktionen der Umwelt nach einem  traumatischen Ereignis können sogar belastender für den Betroffenen sein als das Trauma selbst. In der therapeutischen Arbeit ist es daher ratsam zuerst die Probleme, die nach der  traumatischen Situation aufgetreten sind, zu bearbeiten.

Übertragung und Gegenübertragung

„Zwei Erwachsene arbeiten zusammen an den Resten verbliebener Kindlichkeit“  (Fürstenau).
In der Traumatherapie kommt dem Arbeitsbündnis und der Arbeitsbeziehung große  Bedeutung zu. Der Therapeut und die erwachsenen Anteile der Klienten arbeiten zusammen, sodass die erwachsenen Anteile lernen können, sich um abgespaltene oder verletzte Anteile (innere Kinder) zu kümmern. Übertragungsverzerrungen werden sofort benannt und abgebaut und die Therapeutin tut alles, um den Klienten ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.   

Verbindung von Implizitem und Explizitem

Durch PTBS werden implizit erinnerte Bilder, Emotionen, somatische Empfindungen und Verhaltensweisen von explizit gespeicherten Fakten und Bedeutungen der traumatischen Ereignisse getrennt, egal ob eine bewusste Erinnerung daran existiert oder nicht. Trauma zu heilen erfordert, alle Aspekte eines traumatischen Ereignisses miteinander zu verbinden. Nur durch die Verbindung des Impliziten und des Expliziten kann eine  zusammenhängende Beschreibung jener Ereignisse entstehen, und nur so wird es möglich, diese in der Vergangenheit des Klienten an der richtigen Stelle einzuordnen.  
Implizit kodierte Empfindungen, Emotionen und Verhaltensweisen im Kontext der  traumatischen Erinnerung zu verstehen, ist ein wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses.  Man muss sich dabei mit dem befassen, was sich im Körper manifestiert und mit Hilfe von Worten das Erlebte beschreiben und ihm einen Sinn geben. Letztendlich muss den Klienten geholfen werden, Denken und Fühlen zu synchronisieren. So kann ein kohärentes Narrativ des traumatischen Ereignisses entstehen und dieses an den ihm zustehenden Platz in der Vergangenheit des Klienten rücken.